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Die Geschichte der Stadt Berlin
 
Die Geschichte der eigentlichen Stadt Berlin ist gerade mal 750 Jahre alt. Schaut man auf die Geschichte anderer europäischer Städte wie Rom oder Athen, die auf eine über 2.000 Jahre alte Geschichte zurückgreifen können, ist Berlin als Stadt also noch sehr jung. In diesen 750 Jahren hat Berlin allerdings so viel Geschichte geschrieben, dass die Stadt zu einer der historisch interessantesten Stadt weltweit wurde.

Wenn man die Geschichte Berlins betrachtet, betrachtet man zugleich deutsche Geschichte. Die Zeit bis zur Gründung der Stadt lässt sich zwar noch als eigenständiges Kapitel beschreiben, aber ab dem 15. Jahrhundert lässt sich jedoch die Berliner Geschichte kaum noch von der gesamtdeutschen Geschichte trennen.

Der Raum Berlin im ersten Jahrtausend

Die eigentliche Geschichte der Stadt Berlin beginnt zwar erst im 13. Jahrhundert; das heißt aber nicht, dass vorher das Berliner Gebiet menschenleer und öde war. Der erste Volksstamm, der sich in der Berliner Gegend niederließ, war ein Stamm der germanischen Sweben namens Semnonen. Dieser Stamm hatte sich im 4. und 5. Jahrhundert aber nach Süddeutschland zurückzogen.

Nach dem Rückzug der Semnonen nach Süddeutschland folgten die Burgunder; aber auch die Burgunder zogen sich wieder aus dem Berliner Raum zurück. Im 6. Jahrhundert besiedelten slawische Stämme die Berliner Gegend. Die slawischen Gebiete wurden jedoch von den deutschen Königen im 10. Jahrhundert erobert. In diese Zeit fallen zahlreiche Gründungen von Ortschaften und die Erbauung von Burgen, Wehre und Diözesen. Ab diesem Zeitpunkt können wir vom Beginn lebendiger Berliner Geschichte sprechen.

Vereinigung der Städte Berlin und Cölln

Im Jahr 1237 wurde Cölln an der Spree gegründet. 7 Jahre später, am 26. Januar 1244 wird Berlin erstmals urkundlich erwähnt. 1307 kommt es zur Vereinigung dieser beiden Städte; als Gründungsdatum Berlin’s gilt deshalb der 28.Oktober 1237. Beide Städte wuchsen jedoch unmittelbar nach ihrer Gründung durch eine gemeinsame Befestigung und eine Brücke über die Spree zusammen.

Im 13. Jahrhundert entstanden auch die heutigen Stadtteile und Städte wie Potsdam, Köpenick, Spandau, Dahlem oder Tempelhof. Der Ursprung der Doppelstadt Berlin-Cölln liegt übrigens dort, wo sich heute die Museumsinsel befindet.

Berlins Aufstieg zur Hauptstadt

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wird ein Hohenzoller Stadthalter Berlins. Seine Nachfolger sollten deutsche Könige und großdeutsche Kaiser werden. Nach dem Ende des 30-jährigen Krieges 1648 hatte Berlin weniger als 10000 Einwohner. Der richtige Aufstieg zur Hauptstadt gelang Berlin unter dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm, der ab 1640 für fast 50 Jahre lang regierte. Friedrich Wilhelm schuf den brandenburgisch-preußischen Staat, machte Berlin zur Hauptstadt und realisierte zahlreiche große Bauvorhaben in der Stadt.

Die nachfolgenden Könige Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig, und Friedrich II., der Große, machten Berlin im 18. Jahrhundert zur Großstadt; Preußen wurde zur politischen und militärischen Großmacht. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts hatte Berlin bereits über 150000 Einwohner.

Ab 1806 mussten die Berliner eine zweijährige Besatzung durch Napoleonische Truppen ertragen. Nach dem Ende der Belagerung lebte die Stadt erneut auf. Das Stadtbild wurde von großen Architekten wie Karl Friedrich Schinkel maßgeblich beeinflusst. 1810 gründete Wilhelm von Humboldt die große Berliner Universität. Berlin entwickelte sich zur großen Industrie- und Handelsstadt.

Im Jahr 1862 wird Otto von Bismarck von König Wilhelm I. zum preußischen Ministerpräsidenten berufen. Im Jahre 1871 wird Wilhelm I. nach dem Sieg gegen Frankreich Deutsche Kaiser. Berlin wird zum Machtzentrum des Reiches; die Stadt zählt inzwischen fast eine Million Einwohner. Bis zum Dreikaiserjahr 1888 verdoppelte sich die Bevölkerung der Stadt auf fast 2 Millionen. 1888 starb Kaiser Wilhelm I., sein Nachfolger Friedrich III. sollte auch nur 100 Tage Kaiser bleiben und schließlich kam Wilhelm II. an die Macht.

Berlin im 20. Jahrhundert

Kaiser Wilhelm II. vergraulte Bismarck und führte Deutschland in den Ersten Weltkrieg. Vor Beginn des Ersten Weltkrieges hatte Berlin 3,7 Millionen Einwohner. Wilhelm II. ging am 9. November 1918 ins Exil. Der 9. November sollte noch zwei Mal als bedeutendes Datum in die Geschichte eingehen: In der Reichskristallnacht am 9. November 1938 fanden zahlreiche Juden ihren Tod; am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer.

Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte Berlin das beste Jahrzehnt seiner Geschichte. Wirtschaft und Kultur blühten; die Bevölkerung wuchs auf 3,9 Millionen Einwohner. An das beste Jahrzehnt schlossen sich jedoch gleich anschließend nach der Machtergreifung Adolf Hitlers im Jahre 1933 die schlimmsten 12 Jahre an. Berlin wurde als Machtmittelpunkt von Hitlers Regime zur großen Selbstdarstellung der Nationalsozialisten verwendet. Dazu trugen auch die Olympischen Spiele 1936 bei. Während der Spiele stellte sich Berlin und Deutschland als offenes friedvolles Land dar.

Während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) litt die Berliner Bevölkerung wie kaum eine andere. Am Ende des Krieges war Berlin fast völlig von Bomben zerstört. Die Siegermächte des Zweiten Weltkrieges teilten Deutschland in 4 Sektoren auf und Berlin spaltete sich in einen Ost- und einen Westteil. Die Währungsreform in Westdeutschland im Jahre 1948 nahm die damalige Sowjetunion als Vorwand, eine totale Blockade über Westberlin zu verhängen. Es folgten 11 Monate, in denen die Stadt nur über eine Luftbrücke versorgt und ernährt werden konnte.

Der 17. Juni 1953 wurde zu einem denwürdigen Tag für Ostberlin’s Einwohner: Ein Volksaufstand gegen das Ostregime wurde gewaltsam mit Hilfe sowjetischer Panzer brutal niedergeschlagen. Ein unglaublich großer Flüchtlingsstrom von Ost nach West setzte ein. Um den anhaltenden Flüchtlingsstrom einzudämmen blieb der Ost-Regierung nur ein Mittel: der Bau der Berliner Mauer 1961, die West-Berlin 28 Jahre lang mitten in der DDR isolierte. Im Laufe der Jahre nahmen die wirtschaftlichen Probleme der ehemaligen DDR immer mehr zu; das politische Regime wurde jedoch nie akzeptiert.

Die rasante Talfahrt der DDR wurde von der Erich Honecker Regierung stets verleugnet. Während Volksaufstände in den osteuropäischen Staaten in den 50er und 60er Jahren noch gewaltsam niedergeschlagen wurden, brach der staatliche Widerstand gegen Ende der 80er Jahre, insbesondere auch dadurch, dass die Sowjets ihre Partnerstaaten nicht mehr bei der Niederschlagung von Volksaufständen unterstützte. Am 4. November 1989 demonstrierten über eine Million Menschen am Berliner Alexanderplatz; am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer und mit ihr das DDR-Regime. Der 3. Oktober 1990 wurde zum Tag der Deutschen Einheit.

Nach dem Fall der Mauer setzte in Berlin ein unglaublicher Vereinigungsprozess ein. Viele Milliarden Euro wurden für die Wiedervereinigung der beiden lange Zeit getrennten Städte ausgegeben. Neue Verkehrsverbindungen wurden geschaffen, alte Gebäude wurden renoviert, ein neues Stadtzentrum entstand am lange Zeit brach liegenden Potsdamer Platz, der zwischenzeitlich die größte europäische Baustelle darstellte.
 
 
 


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