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Berliner Persönlichkeiten |
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Heinrich Zille
Dieser Name ist unzertrennlich mit der Stadt Berlin verbunden.Heinrich Zille setzte als Milieu-Maler Proletariat ein
Denkmal. Seine Zeichnungen waren sozialkritisch und humorvoll zugleich.
Seine Figuren stammen vornehmlich aus der Berliner Unterschicht. Ihn insperierten die einfachen Menschen in den
Hinterhöfen, in Kellerwohnungen, dunklen Kneipen oder dem Straßenstrich von Berlin. Er zeichnete Straßenkinder,
Kleinganoven, Penner und Huren der rasant wachsenden Industriemetropole Berlins um 1900. Viele Berliner haben Zille tief
ins Herz geschlossen und schätzen ihn als humoristischen Zeitzeugen.
Wer sich die Zeichnungen und Karikaturen des Künstlers in ihrem ganzen schillernden Spektrum anschauen möchte, stattet
am Besten dem Zille Museum im Nikolaiviertel einen Besuch ab.
Zille Museum
Heinrich Zille Gesellschaft Berlin e.V.
Propststraße 11
10178 Berlin
Telefon: 030 - 2463 2500
www.heinrich-zille-museum.de
Der Hauptmann von Köpenick
Fast jeder kennt den Hauptmann von Köpenick als "edlen Räuber" aus Carl Zuckmayers gleichnamigem Theaterstück. In
dem "deutschen Märchen", so der Untertitel, nimmt Zuckmayer das Zucht und Ordnungsprinzip im militärisch geprägten
Preußen aufs Korn und entlarvt die deutsche Obrigkeitgläubigkeit.
Das Stück basiert auf einer authentischen Geschichte. Wilhelm Voigt war allerdings ein weniger rühmlicher Geselle als er
von Zuckmayer dargestellt wird. "Ein als Hauptmann verkleideter Mensch führte gestern eine von Tegel kommende
Abteilung Soldaten nach dem Köpenicker Rathaus, ließ den Bürgermeister verhaften, beraubte die Gemeindekasse und fuhr
in einer Droschke davon". So war es am 17.Oktober 1906 in den Berliner Zeitungen zu lesen.
"Der Hauptmann von Köpenick" wurde verhaftet. Zu seinem Prozess erschienen Journalisten aus aller Welt. Voigts
Köpenickiade machte den deutschen Kadavergehorsam in ganz Europa lächerlich. Kaiser Wilhelm II., der über Voigts
Geniestreich ebenso herzlich lachen musste wie die Bevölkerung, die die Behörden während Voigts Haftzeit mit
Nachfragen, Grußbotschaften, Autogrammwünschen, Sendungen mit Schokolade oder Tabak und Ersuchen um
Begnadigung überschüttete, zeigt sich milde und erließ Voigt die letzten beiden Knastjahre. Auch nach Voigts Freilassung
riss die Welle der Sympathie und Fürsorge für Voigt nicht ab, sodass er bis an sein Lebensende mehr oder weniger
sorgenfrei leben konnte. Dazu trug sicherlich auch die Tatsache bei, dass er sich quasi als "Eulenspiegel des wilhelminischen
Militärstaats" auch über die Landesgrenzen hinweg bestens vermarkten konnte.
Im Heimatmuseum Köpenick gibt es zum Thema "Der Hauptmann von Köpenick" eine kleine, aber sehr anschauliche
Ausstellung, u.a. mit Originalaccessoires.
Heimatmuseum Köpenick
Alter Markt 1
12555 Berlin
Telefon: 030 - 9029 733 51
www.heimatmuseum-koepenick.de
Harald Juhnke
Harald Juhnke wurde am 10. Juni 1929 in Berlin-Charlottenburg geboren und starb am 1. April 2005 in Rüdersdorf bei
Berlin. Er war ein bekannter berliner Schauspieler, Sänger, Entertainer und Showmaster.
In den 1950er- und 1960er-Jahren wurde er als Filmschauspieler bekannt. Man engagierte ihn als jugendlichen Liebhaber
oder als lustigen Berliner. Er selbst maß diesen Filmen keine allzu große Bedeutung bei: "Wenn das Telefon klingelte und
irgend eine halbseidene Figur bot mir eine Filmrolle an, interessierten mich in den fünfziger Jahren nur drei Fragen: Wie hoch
ist die Gage für den Quatsch? Wie hübsch sind meine Partnerinnen? Wo wird der Heuler heruntergespult, wie sonnig ist es
dort?" (Zitat Harald Juhnke)
Marlene Dietrich
Marlene Dietrich wurde am 27. Dezember 1901 in Schöneberg geboren und starb am 6. Mai 1992 in Paris. Sie war eine
deutsch-US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin. In den frühen 1930er Jahren gelang ihr der Aufstieg zur
international berühmten Künstlerin und sie wurde als erste Deutsche ein Filmstar in Hollywood.
Mit der Entdeckung durch den amerikanischen Regisseur Josef von Sternberg für die Rolle der Lola im "Blauen Engel"
beginnt die erstaunliche Karriere von Marlene Dietrich und eine langjährige Liebes- und Arbeitsbeziehung mit diesem
Regisseur. Marlene Dietrich erlebt den Erfolg des "Blauen Engel" nicht mehr in Deutschland. Noch am Abend der Berliner
Premiere fährt sie nach Hollywood und dreht dort mit Gary Cooper "Morocco", der sie über Nacht weltweit berühmt
macht.
1939 wird sie amerikanische Staatsbürgerin und alle Versuche, sie nach 1933 für Dreharbeiten nach Deutschland
zurückzuholen, lehnt sie ab. Viele Deutsche, die die Amerikaner als Schutzmacht und Verbündeten begrüßen, halten
Marlene Dietrich vor, daß sie im Krieg nicht auf deutscher Seite stand, sondern die Amerikaner im Kampf gegen das "Dritte
Reich" unterstützt hatte.
Nach einem Sturz 1975 in Australien, zieht sie sich in ihre Pariser Wohnung zurück. Sie lässt außer ihrer Familie niemanden
mehr in die Wohnung und verläßt diese nicht mehr. Das Telefon wird schließlich die einzige Verbindung zur
Außenwelt.
Hildegard Knef
Hildegard Knef wurde am 28. Dezember 1925 in Ulm geboren und starb am 1. Februar 2002 in Berlin. Sie war eine deutsche Schauspielerin, Chansonsängerin und Autorin.
Sie spielte in unzähligen Theaterstücken und Filmen mit. Ihre erste große Rolle hatte sie im ersten deutschen Nachkriegsfilm "Die Mörder sind unter uns" (1946) und wurde damit zum ersten großen deutschen Nachkriegsstar. Anfang 1948 unterschrieb sie einen
7-Jahres-Vertrag in den Vereinigten Staaten und wurde 1950 amerikanische Staatsbürgerin.
1950 kehrte sie kurz nach Deutschland zurück, um den Willi-Forst-Film "Die Sünderin zu drehen". Durch die Proteste der katholischen Kirche wurde der melodramatische Film mit einer kurzen Nacktszene Knefs und der Thematisierung der Tabus Prostitution und Freitod zu einem der größten Skandale im deutschen Nachkriegskino. Als "Sünderin" geächtet, ging sie umgehend nach Hollywood zurück.
Ende der 1950er Jahre war ihre Filmkarriere am Tiefpunkt und sie begann als Sängerin zu arbeiten. Ihr rauchige Organ und ihr schnoddriger Ton mit den klugen und ironischen Texten machten die Knef in der deutschsprachigen Unterhaltungsmusik einzigartig. |
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